abgegraste Weiden-harmlos?

Diese Weide sollte bald geschont werden.

Eine Frage von Cavaleiras an die Pferdeernährungsexpertin Silke Zeitz: 2020

Abgegraste Weiden – an der Wurzel sitzt das übel

Cavaleiras: Liebe Silke, was empfiehlst du den Pferdebesitzern wenn das Gras auf der Weide zuwenig nach wächst, wegen Trockenheit oder die Weidefläche klein ist, und das zu abgegrasten Weiden führt? damit Pferd und Weide gesund bleiben.

Silke: Das ist nicht ganz leicht zu beantworten, da die Weidesysteme sehr unterschiedlich sind.
Generell wichtig ist aber, die Weide nicht ganz kurz abgrasen zu lassen. Im unteren Teil des Grases, der ganz nah über der Wurzel sitzt, ist der sogenannte Wachstumsknoten. Der ist voller Nährstoffe und auch Zucker. Wenn man also denkt „ach, ich kann die Pferde ganz locker auf die Weide lassen, die ist ja eh leer“, ist es eher wie die Fütterung mit einem sehr potenten Kraftfutter, wenn die Pferde die Wachstumsknoten fressen.

Hufrehe

Empfindliche Pferde können hier Krankheiten wie z.B. Hufrehe entwickeln. Außerdem schwächt der dauernde Verbiss des Wachstumsknotens die Pflanze und die Gräser auf der Weide können nicht mehr nachwachsen. An ihre Stelle treten dann oft unerwünschte oder nicht schmackhafte Kräuter wie der Breitblättrige Wegerich oder Weißklee. Denen wird man oft nur mit einer teuren Neuansaat Herr.

Sandkoliken

Außerdem nehmen die Pferde auf trockenen, abgegrasen Weiden oft viel Staub und Sand auf. Das kann zu den bekannten „Sandkoliken“ fürhen.

Weidemanagement

Am Besten teilt man seine Weiden also in mehrere Teile und beweidet einen Teil ungefähr eine Woche, je nach Größe der Weide und Pferdeanzahl. Dann wechseln die Pferde auf den nächsten Teil. Die Weide sollte dann drei Wochen ruhen können, bis die Pferde das nächste Mal darauf kommen. In starken Trockenzeiten evtl. auch nur Stündlich. Natürlich sollte man seine Weiden noch mit weiteren Maßnahmen pflegen aber das ist ein ganz eigenes Thema.

Cavaleiras: vielen Dank liebe Silke

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